 |
| © UNHCR |
Brütende Hitze plagt Flüchtlinge in Pakistan
|
Swat - Die Zahl der Binnenvertriebenen in Pakistan hat die 1.7 Millionen überschritten. Die von Behörden und UNHCR seit 2. Mai registrierten Menschen flohen vor Kämpfen in den Regionen Lower Dir, Buner und Swat, im Nordwesten von Pakistan. Rund 200.000 von ihnen leben in Camps, der Rest wohnt bei Verwandten und Freunden, in Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden. UNHCR benötigt weitere 84 Millionen US-Dollar, um die Vertriebenen entsprechend versorgen zu können.
In der aktuellen Notsituation gehört es zu den Hauptaufgaben von UNHCR, Unterkünfte und andere Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen sowie beim Aufbau und der Koordination der Flüchtlinglager zu helfen. Ferner unterstützt UNHCR die lokalen Behörden bei der Registrierung der Binnenvertriebenen.
In den Camps arbeitet UNHCR nun daran, mehr Sonnenschutz zu errichten, um die Menschen vor der brütenden Hitze von rund 45 Grad zu schützen. Die Vertriebenen stammen aus kühleren Klimabereichen wie dem Swat-Tal und leiden besonders an den Temperaturen. UNHCR möchte deshalb so schnell wie möglich getrennte Gemeinschaftsunterkünfte für Frauen und Männer und gekühlte Räume mit Elekrizität, Ventilatoren und Kühlvorrichtungen aufbauen. Diese Maßnahmen sollen den Vertriebenen eine Atempause von der täglichen Hitze verschaffen.
Ferner errichtet UNHCR Einzel- und Gemeinschaftsküchen in den Camps. Bislang wurden die Binnenvertriebenen von der Regierung mit warmen Mahlzeiten versorgt. Jetzt sollen allerdings die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, damit sich die Menschen in Zukunft selbst ihre Essensrationen zubereiten können. UNHCR bringt außerdem textile Trennwände vor den Zelten an und verschafft den Frauen dadurch in den Camps mehr Privatssphäre. Zusätzlich versucht UNHCR weiteres Land zu erschließen. Darauf sollen neue Flüchtlingslager errichtet beziehungsweise die bestehenden erweitert werden.
Außerhalb der Camps besuchten UNHCR-Mitarbeiter über 700 Schulen, in denen tausende von Menschen untergebracht wurden. Anfang der Woche begann UNHCR damit, grundlegende Hilfsmittel an die dort lebenden Flüchtlinge zu verteilen. Größtenteils sind die Binnenvertriebenen in den Schulen auf die Großzügigkeit der pakistanischen Gemeinschaft angewiesen. Viele Familien, die in der Nähe wohnen, bringen den Menschen Essen und sommerliche Kleidung.
Das von UNHCR in Nowshera eingerichtete Hilfsgüterdepot erhält jetzt auch privat gespendete Waren, darunter Ventilatoren und Sommerkleidung. Dringend benötigt werden weiterhin Kopfkissen, Seife, einfache Wasserkühler und Bettlaken.
Im Zuge des gemeinsamen UN-Appells rief UNHCR dazu auf, weitere 84 Millionen US-Dollar für seine Mission im Nordwesten Pakistans zur Verfügung zu stellen. Um ihren humanitären Auftrag zu erfüllen, benötigen die Vereinten Nationen und ihre Partner Mittel in Höhe von insgesamt 543.172.583 US-Dollar. Bislang wurden rund erst 88.524.302 US-Dollar bewilligt.
Heute Morgen riefen die Vereinten Nationen in Islamabad deshalb zu weiteren dringenden Spenden auf, um den am stärksten betroffenen Menschen bis zum Jahresende zu helfen. Insgesamt wird UNHCR bis Ende 2009 rund 105 Millionen US-Dollar für seine Hilfsaktion brauchen, wobei noch immer 84 Millionen US-Dollar offen sind.
|
|