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'Glücklicherweise werden die meisten von uns in unserem Leben nicht mit jenem Schrecken und Leid konfrontiert, die Menschen wie uns zur Flucht zwingen. Alles hinter sich zu lassen, was einem lieb und teuer war, bedeutet, sich in einer unsicheren Zukunft wiederzufinden, in einer fremden Umgebung. Stellen sie sich vor, welchen Mut es erfordert, mit der Aussicht fertig zu werden, Monate, Jahre, womöglich ein ganzes Leben im Exil verbringen zu müssen.' (UN- Flüchtlingskommissar António Guterres) Warum einen Weltflüchtlingstag? Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum zentralen und internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Dieser Tag wird in vielen Ländern begleitet von Aktivitäten und Aktionen, um auf die besondere Situation und die Not von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Der Weltflüchtlingstag ist ein Teil unserer gemeinsamen Bemühungen. Er ist den Flüchtlingen auf der ganzen Welt gewidmet, um ihre Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem besseren Leben zu würdigen - und um ihnen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen. Mehr Aufmerksamkeit für Flüchtlinge Die diesjährige Kampagne unterstreicht die Alltäglichkeit und Willkür der Erfahrung mit Flucht und Vertreibung für jeden einzelnen Menschen. Hinter jeder Zahl, die in den Statistiken auftaucht, verbergen sich individuelle Schicksale. Jeder Betroffene hat seine eigene Geschichte zu erzählen - das sind 34 Millionen Geschichten und Schicksale. Was sie alle miteinander verbindet ist, dass sie aus ihrer gewohnten Umgebung, fernab von Familie und Freunden, herausgerissen wurden. Sie müssen fortan mit dem Gefühl der Ohnmacht leben, dass Ihr eigenes Schicksal nicht mehr von ihnen selbst bestimmt werden kann. Und sie müssen mit der Ungewissheit fertig werden, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Heimat wohlmöglich für immer verloren zu haben. Das Motto des Weltflüchtlingstages 2009 'Real people, real needs' möchte den Mut und die Leistung der Betroffenen würdigen, mit dem alle Flüchtlinge ihren ungewissen Alltag und die Perspektivlosigkeit bewältigen.
Die Schweiz am Weltflüchtlingstag
In Genf wurde der Weltflüchtlingstag von zahlreichen Aktionen und Events begleitet. Als Auftakt zu den Feierlichkeiten zum Weltflüchtlingstag trafen sich am 19. Juni um 11 Uhr die Mitarbeiter des UN Hochkommissariats für Flüchtling im UNHCR Hauptgebäude in Genf. In diesem Rahmen konnten die beiden ehemaligen Flüchtlinge aus Südamerika, Herr Antonio Hodgers und Frau Karina Castillo, von ihren Erfahrungen berichten. Herr Hodgers ist 1976 in Argentinien geboren, Berater für Mobilität und derzeitig schweizer Nationalratsmiglied. Nachdem sein Vater als Widerstandskämpfer der neu installierten Diktatur ermordet wurde, floh Herr Hodgers mit seiner Mutter aus Argentinien. Frau Castillo ist 1956 in Chile geboren und arbeitet als Medizinlaborantin und Umweltexpertin. Sie musste aus Chile fliehen, als sie und ihr damaliger Ehemann zu Gegnern des Pinochet-Regimes erklärt wurden. Beide hatten nach dem Staatsstreich 1973, die vom Pinochet-Regime verfolgten Personen Beihilfe zur Flucht geleistet.
Im Anschluss an den Reden fand von 12:00 bis 13:30 Uhr ein Lauf der UNHCR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Ehren des Weltflüchtlingstages statt. Sammelpunkt war das UNHCR Hauptgebäude in der <Rue Montbrillant>. Vom UNHCR verlief der Lauf über den <Place des Nations>, am Botanischen Garten und den Genfer See entlang, bis zur Mont Blanc-Brücke. Der Rückweg führte vom Hauptbahnhof, über die <Rue de Lausanne> und <Avenue de France>, zum UNHCR zurück. Zum Abschluss der Feierlichkeiten gab es ein Konzert der Schweizer Musikgruppe “Lè Vangle”, mit einer Mischung aus Volks- und Popmusik, geplant.
Die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) hatten im Rahmen des Weltflüchtlingstages alle 850 Fahrzeuge mit UNHCR Fahnen ausgestatten. Die Genfer Navigationsgesellschaft hisst zwischen dem 18. und 29. Juni auf drei ihrer Boote die UNHCR-Flagge. Als Höhepunkt des Weltflüchtlingstages wurde am 20. Juni das Genfer Wahrzeichen, der <Jet d´eau>, mit der blauen UNHCR-Farbe angestrahlt.
Kleidersammlung für Flüchtlinge und Bedürftige
Anlässlich des Weltfüchtlingstages wurde eine Kleidersammlung für drei Flüchtlingslager in Südsudan organisiert. Insgesamt wurden zwölf Kisten Kleidung mit jeweils ca. 80 bis 90 Kg (insgesamt 960 – 1000 Kg) gesammelt. Die Kleidersammlung besteht aus fünf Kisten Kinder-, fünf Kisten Frauen-, und zwei Kisten Männerkleidung. UNHCR möchte sich an dieser Stelle bei DGM Veron Grauer S.A. (ZI Mouille-Galland, 24, ch.Grenet – CH-1214 Vernier, www.veron-grauer.ch) für die Organisation und den unentgeltlichen Transport der Kleidung in den Sudan bedanken. Weiterhin konnten durch die UNHCR-Aktion 220 Kg Kleidung, insbesondere für den Winter, für das Schweizer Rote Kreutz gesammelt werden.
Hintergrund für die Sammelaktion sind die seit September 2008 stattfindenden, zahlreichen Übergriffe der ugandischen Rebellengruppe „Lord’s Resistence Army“. Durch deren Angriffe wurden mehr als 150.000 Menschen in der Demokratischen Republik Kongo zu Binnenvertriebenen und über 16.000 Menschen in Südsudan zu Flüchtlingen. Um für die Betroffenen Notunterkünfte und erste Hilfe zu ermöglichen, wurden drei Flüchtlingslager im Südsudan errichtet, in denen mehr als 10.000 Flüchtlinge bereits Zuflucht gefunden haben.
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