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Heute: Donnerstag 29 Juli 2010
 

Somalia: Jenseits von Menschrechten und Grundversorgung

Mogadischu - Der nicht enden wollende Anstieg der Zahl an Binnenvertriebenen in Somalia stellt die humanitären UNHCR-Helfer vor immense Herausforderungen. Ansteigende Gewalt und Überfälle machen es für UNHCR und seine Partner nahezu unmöglich, auch nur die Grundversorgung der Flüchtlinge sicherstellen zu können. UNHCR appelliert daher an alle Konfliktpartien, wenigstens grundlegende Menschenrechte zu achten und die Sicherheit der Zivilbevölkerung und der Helfer zu garantieren.

Nach neuesten Schätzungen von UNHCR sind mehr als 223.000 Menschen seit Anfang Mai aus Mogadischu geflohen. Allein in den letzten zwei Wochen zwangen die anhaltenden Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen mehr als 20.000 Einwohner aus Mogadischu zur Flucht. Fast alle suchen Zuflucht in dem Afgooye-Korridor, südwestlich der Hauptstadt.

Die provisorisch errichteten Camps sind jetzt schon mit weit über 400.000 Binnenvertiebenen hoffnungslos überfüllt. Es fehlen jegliche Einrichtungen zur Grundversorgung, wie eine sichere Unterkunft, Sanitäranlagen oder Trinkwasser. Heftige Regenfälle und der Mangel an Brunnen verschlimmern die hygienischen Umstände und sind Brutstätten für Krankheiten. Lokale Partner von UNHCR berichten, dass die humanitären Helfer am Ende ihrer physischen Kräfte sind.

Derweilen behindern anhaltende Kämpfe die Lieferung von essentieller humanitärer Hilfe zu den Camps im Afgooye-Korridor. Am Montag wurden zwei UN-Hilfegruppen in den Gebieten um Baidoa und Wajid überfallen, so dass jegliche Hilfe von UNHCR in diesen Regionen zum Stillstand gekommen ist. In Mogadischu musste UNHCR alleine in dieser Woche die Verteilung von 4.000 Nothilfesets aus Sicherheitsgründen verschieben.

Auch in dem kenianischen Flüchtlinscamp Dadaab verschlechtern sich die Zustände dramatisch. Obwohl die Grenze nach Kenia geschlossen ist, gelangen täglich immer mehr Menschen zu dem Dadaab Komplex. Hier haben bereits schon über 286.000 Menschen Zuflucht gefunden, obwohl die Versorgung ursprünglich nur auf etwa 90.000 Flüchtlinge ausgelegt war.


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