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Bagdad - Bei einem Blitzbesuch im Irak hat sich UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie am Donnerstag ein genaues Bild über die Lage der Binnenvertriebenen in der Region gemacht. Vor Pressevertretern warb die US-Schauspielerin für eine intensivere weltweite Unterstützung für das UNHCR-Programm im Irak. Anschließend traf sich die 34-Jährige mit Flüchtlingen, Regierungsvertretern und humanitären Helfern.
Gemeinsam mit dem stellvertretenden UNHCR-Hochkommissar L. Craig Johnstone besichtigte Jolie bereits zum dritten Mal den Irak und besuchte während ihres Aufenthaltes bis zum Abend auch eine Unterkunft von Binnenvertriebenen in Chikook, nordwestlich von Bagdad, wo sie mit Familien aus dem Bezirk Abu Ghraib gesprochen hat.
"Dieses ist der Moment, wo sich die Lebensbedingungen von Grund auf verbessern lassen, aber die Iraker brauchen mehr Hilfe und Unterstützung um ihr Leben neu aufzubauen", so Jolie.
Die UNHCR-Sonderbotschafterin diskutierte die Lage mit einer neunköpfigen Familie, die ebenfalls aus Abu Ghraib geflohen war. "Es kostet eine Menge Kraft, am Leben zu bleiben. Ich weiß nicht, ob ich diese Kraft habe", so der verzeifelte Familienvater. "Zurück wollen wir aber sicher nicht. Unsere Nachbarn sind zurück gegangen und wurden kurze Zeit später umgebracht."
Dennoch hat sich die Situation für viele der irakischen Binnenvertriebenen verbessert. "Natürlich ist dieses Leid nicht gerechtfertigt", so die US-Schauspielerin, "aber ich bin sicher, UNHCR und die Regierung werden euch weiter bei der Landbeschaffung behilflich sein. Ihr braucht keine Hilfe, weil ihr arm seid, sondern weil ihr die Zukunft des Irak seid!“
"Der Eindruck in diesem Lager ist schon hart. Aber da sind viele Menschen, die bereit sind in sichere Gebiete zurückzukehren. Es gibt Veränderungen und es gibt Rückkehrer. Keine große Zahl, aber Fortschritte“, ergänzt Jolie anschließend.
Auch Johnstone äußerte sich bereits gestern in einem Meinungsaustausch gegenüber dem irakischen Vizepräsidenten Tarek Al-Hashimi und dem Minister für Menschenrechte sehr positiv über die Verbesserungen der Sicherheitslage im Irak, verglichen mit seinem letzten Besuch 2007.
Gemeinsam mit den Regierungsvertretern besprach Johnstone die Möglichkeiten einer freiwilligen Rückkehr für die Flüchtlinge und Binnenvertriebenen in ihre irakische Heimat sowie ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Der Zeitpunkt für eine Rückkehr von 20.000 Binnenvertriebenen sei für Ende 2009 geplant. Bislang hat UNHCR seit Mitte 2008 für knapp 200.000 Binnenvertriebene die freiwillige Rückkehr organisiert. Innerhalb des UNHCR-Resettlement-Programms will die Europäische Union 10.000 Iraker in den Mitgliedstaaten neuansiedeln - 2.500 davon in Deutschland.
Für die humanitäre Hilfe im Irak kalkuliert UNHCR für 2009 insgesamt 178 Millionen US-Dollar. Mit Hilfe seiner Partner konnten binnen eines Jahres 5.000 Häuser und öffentliche Gebäude für rückkehrende Familien errichtet werden. Insgesamt befinden sich im Irak etwa zwei Millionen Binnenvertriebene; 1,7 Millionen Iraker leben in den Nachbarländern Jordanien und Syrien - teilweise unter sehr widrigen Bedingungen.
Für die UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie ist es bereits die dritte Reise in den Irak. Im August 2007 hat sie 1.200 Flüchtlinge im Al-Waleed-Camp nahe der syrischen Grenze besucht. Jolie wurde 2001 von UNHCR zur Sonderbotschafterin ernannt.
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