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Heute: Mittwoch 10 März 2010
 

Rebellen entfachen neue Vertreibungen im Kongo

Goma - In den letzten Monaten sind 12.500 Kongolesen durch Angriffe der ugandischen Rebellengruppe 'Lord’s Resistance Army' (LRA) aus ihren Häusern vertrieben worden. Allein im Juli 2009 richteten sich 55 Überfälle in der Provinz Orientale, im nordöstlichen Teil der Demokratische Republik Kongo (DRC) gegen Zivilisten. Auch Orte im Bezirk Dungu waren von den Überfällen betroffen.

Seit September 2007 hat die LRA 1.273 Menschen getötet sowie 655 Kinder und 1.427 Erwachsene entführt. Binnenvertriebene berichten UNHCR von Vergewaltigungen, Raub und Brandstiftung der Rebellen. Mehr als 226.000 Menschen wurden allein aus dem Haut-Uele-Gebiet vertrieben. Aus dem Bas-Uele-Gebiet wurden nach UN-Schätzungen weitere 42.000 Menschen vertrieben.

Die humanitäre Situation in diesem abgelegenen Teil der DRC bleibt weiterhin dramatisch. Aufgrund der andauernden Übergriffe der LRA-Rebellen können die meisten Binnenvertriebenen unmöglich in ihre Häuser zurückkehren. Sie übernachten in öffentlichen Gebäuden, z. B. in Schulen und Kirchen. Einige fanden auch Obdach bei Verwandten oder Bekannten. Nach Auskunft von lokalen Partnern ist die medizische Versorgung nicht gesichert; Krankenhäusern fehlt es an Grundausstattung und das Trinkwasserangebot ist dauerhaft zu knapp.


Bisher haben UNHCR und andere humanitäre Organisationen 45 Prozent der Vertriebenen mit Essen, Decken, Schlafmatten und Kochgeschirr versorgen können. Die unsichere Lage im Land verhindert jedoch weitere humanitäre Hilfe. Die anhaltende Unsicherheit und die schlechten, schwer passierbaren Straßen sind die größten Hindernisse bei unserer Arbeit. Einige Gebiete, in die sich die Binnenvertriebenen geflüchtet haben, sind nur aus der Luft zu erreichen.

Nach wie vor besteht ein dringender Bedarf an Decken, Schlafmatten, Kanistern, Kochgeschirr, Moskitonetzen und Plastikplanen. Im Juli konnte UNHCR in Zusammenarbeit seinen Partnern, 1.074 Familien mit einer Grundausstattung versorgen. Davon profitierten rund 5.000 Menschen in den Städten Duru und Nangwakaza. Letztes Wochenende konnten weitere 800 Hilfslieferungen an Familien im Aru-Gebiet übergeben werden.


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