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Heute: Donnerstag 29 Juli 2010

Farhad Manbary aus dem Iran



Islamische Kämpfer töteten mehrere Verwandte des in der iranischen Stadt Sanandaj geborenen Farhad Manbary. Er selbst steckte zwischen 15 und 28 sieben Jahre im Gefängnis und gelangte nach der Flucht nach Irak durch UNHCR-Vermittlung in die Schweiz. Heute betreuen er und seine Frau hier ihre zwei Kinder.


Auszug der im Juni 2008 von Michael Walther aufgezeichneten Erzählung:

„Nach gut zwei Jahren Haft rief mich wieder der Staatsanwalt. „Wir wissen, dass du kein Verbrechen begangen hast“, sagte er, „aber wir mussten dich im Gefängnis behalten, weil für dich bei der herrschenden Familiensituation eine grosse Gefahr bestand.“ Ich hätte nämlich durchdrehen und gegen die Regierung operieren können, etwa einen Terroranschlag in der Stadt ausführen. Ich kommentierte, es sei nett gewesen, mich zwei Jahre ins Gefängnis zu stecken, weil ich vielleicht etwas gegen den Staat hätte unternehmen können. Doch ich konnte mich nicht wehren und erhielt auch keine Entschuldigung.

Nach der zweiten Freilassung entschied ich mich, meine Frau zu heirateten. Wir vermählten uns am 26. März 1993. Zum Zusammenleben kam es jedoch nicht mehr. Meine Mutter war kurz vor mir nach drei Jahren entlassen worden. Ich selber befand mich weiterhin nur teilweise auf freiem Fuss. Jede zweite Woche musste ich bei der Polizei vorsprechen und bestätigen, dass ich noch in der Stadt war. Es war mir untersagt, mich im kurdischen Teil des Iran beziehungsweise anderen kurdischen Städten aufzuhalten. Sanandaj konnte ich nur unter Angabe von Grund und Reisedauer verlassen.

Ich spürte, dass ich die Last einer weiteren Verfolgung nicht mehr ertrug. Beruflich waren mir die Hände gebunden. Ich konnte mich nur zu privaten Zwecken bewegen. Alles andere war strikt untersagt. Ich litt Angst und Stress, hatte Schlafprobleme, und wenn ich meine Hände ausstreckte, zitterten sie. Jede zweite Woche musste ich unterschreiben, dass ich noch in der Stadt war. Ich konnte nicht mehr. Im selben Jahr entschied ich mich zur Flucht.“

„Ich wünsche mir sowie allen Kurden ein sicheres, ruhiges Leben“
Die Vollversion Farhad Manbarys Geschichte als pdf zum Download


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