Der Hochkommissar António Guterres
António Guterres trat sein Amt an der Spitze des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) am 15. Juni 2005 an. Er ist der zehnte Flüchtlingskommissar in der Geschichte der Organisation und Nachfolger des Niederländers Ruud Lubbers. Der ehemalige portugiesische Premierminister Guterres wurde von der UN-Generalversammlung für eine fünfjährige Amtszeit gewählt.
Als Flüchtlingskommissar leitet Guterres eine der größten humanitären Organisationen der Welt, deren rund 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2008 in 117 Ländern 31,4 Millionen Menschen schützten und unterstützten. Das Gesamtbudget von UNHCR für 2008 beläuft sich auf über eine 1,5 Milliarden US-Dollar.
António Guterres bringt eine breite Erfahrung mit sich. Er hatte über 20 Jahre lang Regierungs- und öffentliche Ämter inne. Von 1996 bis 2002 war er Premierminister von Portugal. Während dieser Zeit stand er an der Spitze der internationalen Bemühungen, das Blutvergießen im damaligen Osttimor zu beenden. Als Präsident des Europäischen Rats war er Anfang 2000 einer der beiden Vorsitzenden des ersten EU-Afrika-Gipfels, der zur Verabschiedung der "Agenda von Lissabon" führte. Im Jahre 1991 gründete er den portugiesischen Flüchtlingsrat. Von 1991 bis 2002 gehörte er dem Staatsrat seines Heimatlandes an.
Guterres war von 1981 bis 1983 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Er leitete in dieser Zeit den Ausschuss für Demographie, Migration und Flüchtlinge. Von 1992 bis 1999 hatte er das Amt des Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale inne. Von 1999 bis 2005 war er ihr Präsident.
Guterres wurde am 30. April 1949 in Lissabon geboren. Er studierte am Instituto Superior Técnico, an dem er auch als Dozent tätig war.
Der Hochkommissar ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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