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1980 und 1992 gelangten die Indochinaflüchtlinge aus dem kommunistischen Vietnam in die Schweiz. Die dreifache Mutter Thiêng Ly-Dinh reiste 1980 ein, stellte Frühlingsrollen her, wurde diplomierte Sozialarbeiterin und ist heute Mediatorin. Ihr Sohn arbeitet für ein Schweizer Unternehmen in Vietnam.
Auszug der im April 2008 von Michael Walther aufgezeichneten Erzählung:
"Am 25. Juni 1978 kam unser zweiter Sohn zur Welt. Mitte Oktober traten wir auf einem grossen Motorschiff die etwa fünftägige Überfahrt nach Malaysia an. Der dritte Fluchtversuch gelang, allerdings nur mir, meinem Bruder und meinen beiden Kindern. Vom Festland zum Anlegeplatz, wo wir das grosse Schiff zur Überfahrt nach Malaysia besteigen konnten, war eine Zubringerfahrt mit einem kleinen Boot nötig. Mein Mann und ich verpassten uns dabei.
An Bord des grossen Schiffs waren rund 230 Personen – ausschliesslich Flüchtlinge. Die Zubringerfahrt zum Hauptschiff und die Überfahrt ins Ausland hatten zehn Goldblatt à 21 Gramm pro Person gekostet, Geld, das wir noch vom Dorf mit dabei hatten. Vietnamesen tauschen Geld oft in Gold um, damals erst recht, um die Hyperinflation zu umgehen. Was ich für die Reise zahlte, war mein ganzer Besitz gewesen.
Die Überfahrt war wegen des stürmischen Wetters Ende der Regenzeit und der Piraterie gefährlich. Schiffsreisen waren für mich ungewohnt. Zudem herrschte eine ungeheure Enge. Wir waren auf dem Schiff eingeklemmt wie Ölsardinen. Den Kindern verabreichte ich Schlaftabletten, damit sie ruhig blieben. Wohl aufgrund der Anspannung hatten sie vor der Flucht wochenlang an starkem Durchfall gelitten. Medikamente waren wirkungslos geblieben. Nun schien es mir wie ein Wunder, dass die Kinder entspannt waren und der Durchfall abklang. Mir ist heute unerklärlich, woher ich die Kraft erhielt, die strapaziöse Reise durchzustehen."
„Ich erinnere mich gern ans Bild der Elefanten“.gif) Die Vollversion Thiêng Ly-Dinhs Geschichte als pdf zum Download
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